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| WAS SIND GRADUIERTENKOLLEGS? |
Graduiertenkollegs sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses. DoktorandInnen erhalten in Graduiertenkollegs die Möglichkeit, ihre Arbeit im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern getragenen Forschungsprogramms durchzuführen. Sie werden dadurch in die Forschungsarbeit der beteiligten Einrichtungen einbezogen. Ein Studienprogramm soll die individuellen Spezialisierungen der KollegiatInnen ergänzen und verbreitern sowie deren Kooperation strukturieren. Eine interdisziplinäre Ausrichtung des Forschungs- und Studienprogramms ist erwünscht. |
DAS GK NATURKATASTROPHEN |
Ereignisse wie Erdbeben, Überflutungen oder Stürme, werden nie verhindert werden können. Das Ziel von Naturkatastrophenforschung muss es deshalb sein, den davon verursachten Schaden für den Einzelnen und die Gesellschaft zu minimieren. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit unabdingbar. Die beteiligten Wissenschaftler und Ingenieure müssen über ein fachübergreifendes Wissen verfügen, Zusammenhänge verstehen und die Fähigkeit besitzen, Wissen aus dem eigenen Fachgebiet an Fachleute aus anderen Gebieten und an Entscheidungsträger zu vermitteln.
Das Ziel des Graduiertenkollegs "Naturkatastrophen" ist es deshalb, die Ausbildung für Graduierte unterschiedlicher Fachrichtungen durch ein geeignetes, über die übliche Promotionsbetreuung hinausgehendes Programm auf eine breite Basis zu stellen. Im Forschungsprogramm sollen möglichst viele für Nataurkatatrophen relevante Fragen behandelt werden, wobei die interfakultative Zusammenarbeit mehrerer Fachinstitute im Vordergrund steht. Die im Forschungsprogramm behandelten Katastrophenarten beschränken sich momentan auf Erdbeben, Massenbewegungen, Überflutungen und Stürme, wobei auch ökonomische und soziale Aspekte betrachtet werden.
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DAS STUDIENPROGRAMM |
Ziel der Graduiertenausbildung ist es, allen Kollegiaten eine angemessene Grundausbildung auf hohem fachlichen Niveau zukommen zu lassen, die den Anforderungen von Industrie und Hochschule, aber auch den Bedürfnissen von Behörden, Versicherungen und sonstigen relevanten Institutionen gerecht wird. Diese Anforderungen umfassen ein weit gefaßtes Themenspektrum sowohl im methodischen als auch im naturkatastrophenrelevanten Bereich. Das Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs ist dabei so ausgelegt, daß es insgesamt ein möglichst breites Spektrum für interdisziplinär ausgerichtete Katastrophenfachleute abdeckt. Da die Kollegiaten im Rahmen ihrer Promotion aber lediglich einen speziellen Bereich der Gesamtproblematik betrachten können, soll das Ausbildungsprogramm dazu dienen, das relevante Basis- und Spezialwissen, das von einem Absolventen des Graduiertenkollegs erwartet wird, zu vermitteln und die fachliche Kommunikation der Graduierten untereinander zu erhöhen. In der Graduiertenausbildung stellt für die Kollegiaten die eigene Promotion den Schwerpunkt dar. Zusatzveranstaltungen im Ausbildungsprogramm sollten zeitlich auf ein sinnvolles Maß beschränkt werden. |
LEHRPROGRAMM |
Das Lehrprogramm für die Graduierten besteht aus:
- einer Ringvorlesung
- einem Grundkurs Stochastik
- Wahlvorlesungen
- dem Seminar des Graduiertenkollegs
- Fachseminaren
- Kongressen und Tagungen
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| FORSCHUNG |
Das Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs hat folgende Zielsetzung:
- Entwicklung, Anwendung und Validierung von modernen Methoden der Mathematik und der Informatik, die zum einen der Beschreibung von unscharfen, vagen und ungenauen Informationen und komplexen Modellen und zum anderen der Prognose des Verhaltens komplexer Systeme, deren intrinsische Gesetzmäßigkeit nur ungenau bekannt ist, dienen.
- Analyse und Charakterisierung verschiedener Typen von Naturkatastrophen, die sich bezüglich der Komplexität ihrer physikalischen Modelle, der Präzision der Datenbasis und der Option für die Schadensminderung unterscheiden. In der ersten Antragsphase soll dabei zunächst exemplarisch auf Stürme, Hochwasser, Hangrutschungen und Erdbeben eingegangen werden.
- Betrachtung der gesamten Wirkungskette, die bei Naturkatastrophen von der Gefährdungsabschätzung über die Prognose des Risikos bis hin zu den Maßnahmen zur Schadensminderung reicht. Diese Vorgehensweise wird durch den Umstand gefordert, daß die Risikobewertung erheblich von der Gefährdungsprognose abhängt und daß adäquate Maßnahmen zur Schadensminderung sowohl durch die Gefährdungs- als auch die Schadensvorhersage bestimmt werden.
Durch die Verfolgung dieser Ziele wird folgender Nutzen für die Bewältigung von extremen Naturereignissen erwartet: Ein besseres Verständnis der Ursachen sowie der Abläufe und Auswirkungen von Naturkatastrophen trägt dazu bei, bereits im Vorfeld Gefährdungs- und Risikogebiete auszuweisen und zu bewerten.
Die Kenntnis dieser Gebiete kann in der Stadt- und Raumplanung genutzt werden, um langfristig das Risiko zu verringern oder zu vermeiden. Bessere und zuverlässigere Prognosen stellen dabei eine wesentliche Basis für die Szenarienbildung dar, mit deren Hilfe vorbeugende Maßnahmen zum Schutz von Personen und Sachwerten eingeleitet werden können.
Auch durch geeignete ökonomische Strategien, beispielsweise aus dem Versicherungsbereich, kann in bereits stark genutzten Räumen das Risiko gemindert werden. Zusammen mit verbesserten Vorhersagemodellen und Vorwarnsystemen lassen sich in den betroffenen Gebieten rasch Maßnahmen zum lokalen Objektschutz durchführen, und die Bevölkerung kann rechtzeitig vor der drohenden Gefahr gewarnt werden.
Zudem sind eine schnelle Informationsverarbeitung und Entscheidungsunterstützung mit Hilfe von neuen Informationstechnologien wesentlich für ein effizientes Katastrophenmanagement während der Katastrophe. So kann Fehlentscheidungen vorgebeugt und vermeidbaren Schäden an Mensch und Umwelt entgegengewirkt werden. Entscheidend für die Qualität der eingeleiteten Hilfsmaßnahmen ist dabei auch eine Verbesserung der im Katastrophenschutz eingesetzten Geräte.
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