UNIKA Universität Karlsruhe (TH)
Graduiertenkolleg Naturkatastrophen

Sprecher: Prof. Dr.-Ing. Fritz Gehbauer, MS
Institut für Technologie und Management im Baubetrieb
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ONLINE INFORMATION ZUR MOBILISIERUNG DER BEVÖLKERUNG IM HOCHWASSERFALL

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INHALT UND ZIELE

In den letzten Jahrzehnten kam es in Deutschland wiederholt zu großen Schäden durch Hochwasserereignisse und im Zuge eines Klimawandels wird erwartet, dass die Häufigkeit großer Hochwasserereignisse weiter zunimmt. In der Praxiserfahrung fiel immer wieder ein Nichtwissen der Opfer auf -unter anderem über zu erwartende Wasserstände, obwohl diese Informationen den Behörden vorlagen und zeitnah im Internet zugänglich waren.

Dieses Projekt analysiert die Darstellung und Verfügbarkeit von Informationen zur Hochwasserthematik im Internet. Es sucht nach Möglichkeiten durch Optimierung der Informationswege und -darstellung den Impact katastrophaler Hochwasserereignisse zu lindern. Wichtige Untersuchungsobjekte sind dabei die Darstellung von Pegeldaten, insbesondere in Karten und Graphen, Hochwassergefahrenkarten, sowie Nutzerfreundlichkeit, vornehmlich Navigierbarkeit der Websites. Außerdem wird überprüft, wie das Verständnis der Fachinformationen der betroffenen Laien optimiert werden kann und inwieweit gegebene Informationen von ihnen richtig verstanden werden, im Hinblick darauf, dass die Laien durch eine angemessene Reaktion Schäden verhindern können.

Das Vorgehen beginnt dabei mit einer kritischen Analyse vorhandener Informationen auf den Internetseiten der Hochwasserbehörden deutscher Bundesländer und benachbarter Staaten. Weiter konzentriert sich die Vorgehensweise auf Interviews mit Experten aus der Praxis und Schlüsselpersonen der Laien. Im Mittelpunkt der weiteren Untersuchungen stehen dabei die potentiellen Hochwasseropfer, also vorwiegend die Laien (lay stakeholders).

Schließlich soll ein Weg ausgearbeitet werden, Informationen leicht verständlich zu kommunizieren, so dass neue Darstellungsformen schnell erlernt und alte besser verstanden werden und die Leser der Online-Informationen die richtigen Konsequenzen treffen. Dabei werden drei Testgebiete nach den Kriterien "häufige Hochwasserbedrohung", "Bedrohung nur bei extremen Situationen" und "zeitnah gemachte Erfahrungen" beziehungsweise das "Fehlen von persönlicher Erfahrung mit Hochwasser" ausgewählt. Zum Abschluss wird diskutiert wie geeignet das Medium Internet zur Vermittlung von Daten und Wissen zur Hochwasservorsorge ist, welche Alternativen existieren und ob eine Kombination verschiedener Medien zur Unterstützung mehr Erfolg verspricht.

LITERATUR

Basic, Fatima, W. Cartwright, J.Handmer (2005): Communicating Flood Risks to the Public through Visualization in Scientiffic Computing. In: Proceedings for the 22nd International Cartographic Conference, 11-16 July, A Coruna, Spain 2005.
Kaempf, Charlotte (2004): Rhetorical choices: Words and images in flood-risk management . In: D. Mahlzahn, T. Plapp (Hrsg.): Disasters and Society - From Hazard Assessment to Risk Reduction, (Int. Conf. July 2004, Karlsruhe). Berlin: Logos, S. 237 - 244
Tapsell, Sue M., E. C Penning-Rowsell, S. M Tunstall.and T. L. Wilson (2002): Vulnerability to flooding and preparedness: what can be done and how?, In: Flood events - are we prepared? Proc. Final workshop on the OSIRIS project, Berlin, März 2003
Betreuer
Prof. Nestmann

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